Do. 24.11.16
Queeres Lesekafe

Facebook

Queerkafe-RSS:

Abonniere unsere Feeds

Queerkafe 26.07.2012

Am 26. Juli 2012 findet wieder das Queerkafe statt. Diesmal mit einem Vortrag zur Theorie und Kritik der Antipsychatrie, und natürlich wie immer mit veganem Essen, guter Musik und rauschender Party.

Soli-Eintritt: 2€
Ab 20 Uhr Einlass, ab 21 Uhr Vortrag

mehr zum Vortrag:

Einführung in die Antipsychiatrische Theorie

Obwohl viele selbst oder durch Freunde/Bekannte schon in Kontakt zur Institution Psychiatrie stehen und die Zahl der Betroffenen auch in der Linken eher wächst, steht das Thema weit außerhalb alltäglicher Linker Szene-Diskurse. Zudem ist der Umgang dominiert von Unsicherheiten und Voruteilen gegenüber Psychisch „kranken“ Menschen und das Thema selbst wird in den Bereich des persönlichen gedrängt und heute selten im Zusammenhang mit Gesellschafts- und Kapitalismuskritik gesehen.

Die ursprünglich aus der Linken und radikalen Linken formulierte Kritik an der am Rand der Gesellschaft operierenden Institution Psychiatrie ist mit dem Beginn der Psychiatriereformation in den 70er Jahren zum erliegen gekommen. Eine Zusammenarbeit mit der radikalen Linken ist seitdem in der Neuen Antipsychiatrischen Bewegung nicht mehr erfolgt und auch nicht bewusst angesteuert worden. Die Neue Antipsychiatrische Bewegung besteht aus Psychiatriebetroffenen und nicht mehr aus ProfessorenInnen oder PsychiaterInnen. Zwischen Selbstzufriedenheit, Defensivkämpfen und einzelnen Erfolgen ist die Antipsychiatrische Bewegung zum Stillstand gekommen. Wie bei einigen anderen der aus der Außerparlamentarischen Opposition hervorgegangenen, partikular arbeitenden Gruppen wurde auch in der Antipsychiatrischen Bewegung vergessen, sich in Bezug zu Kapitalismusanalyse zu setzen. Scheinbar befreit vom Kontext wird vor sich hin gewerkelt.

Im Vortrag sollen die Theorien der Antipsychiatrie einführend vorgestellt werden. Wichtige Theoretiker, wie Cooper, Laing und Basaglia werden mit ihren Theorien besprochen und der der Psychiatrie innewohnende Bezug zum Kapitalismus aufgedeckt. Aktuelle Antipsychiatrische Institutionen und Bewegungen werden erwähnt. Ziel soll das Aufzeigen von Anknüpfungspunkten der Antipsychiatrie zur radikalen Linken sein.

Dabei vergleicht jedoch von Anbeginn an bzw. setzt ein Teil dieser Bewegung die zeitgenössischen Psychiatrie in eins mit der nationalsozialistischen Psychiatrie. Nur selten fällt der Blick dabei auf tatsächlich vorhandene personelle und theoretische Überschneidungen. So soll sich u.a. von der NS-Psychiatrie bis zur heutigen Zeit ein Kontinuum in den Methoden und Todeszahlen ziehen oder die NS-Psychiatrie wird als Vorstufe zu einer noch viel grausameren institutionellen Praxis verortet. Während des Vortrags werden verschiedene Formen dieses Geschichtsrevisionismus in der organisierten Antipsychiatrie aufgezeigt und mögliche theoretische Entstehungshintergründe beleuchtet. Ziel ist weniger die Darbietung einer abgeschlossenen Erklärung als die Sensibilisierung für ein in der Antipsychiatrie und in der radikalen Linken weitgehend unbeachtetes Thema.

1 Antwort auf “Queerkafe 26.07.2012”

  1. 1 26.7.12 Queerkafe « kafemarat Pingback am 25. Juli 2012 um 11:15 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.

Datenschutzerklärung